Ein vollstreckbar gewordener EU-Zahlungsbefehl wird unter den gleichen Bedingungen vollstreckt wie eine im Vollstreckungsmitgliedstaat vollstreckbar gewordene Entscheidung. Einem Antragsteller, der in einem Mitgliedstaat die Vollstreckung eines in einem anderen Mitgliedstaat erlassenen EU-Zahlungsbefehls beantragt, darf wegen seiner Eigenschaft als Ausländer oder wegen Fehlens eines inländischen Wohnsitzes oder Aufenthaltsorts im Vollstreckungsmitgliedstaat eine Sicherheitsleistung oder Hinterlegung, unter welcher Bezeichnung es auch sei, nicht auferlegt werden (Art. 21).

Zur Vollstreckung in einem anderen Mitgliedstaat legt der Antragsteller den zuständigen Vollstreckungsbehörden dieses Mitgliedstaats folgende Dokumente vor:

eine Ausfertigung des für vollstreckbar erklärten EU-Zahlungsbefehls, die die für seine Beweiskraft erforderlichen Voraussetzungen erfüllt, und
ggf. eine Übersetzung des EU-Zahlungsbefehls in die Amtssprache des Vollstreckungsmitgliedstaats. Die Übersetzung ist ggf. von einer hierzu in einem der Mitgliedstaaten befugten Person zu beglaubigen.
Aus einem erlassenen und für vollstreckbar erklärten EU-Zahlungsbefehl findet die Zwangsvollstreckung in Deutschland statt, ohne dass es einer Vollstreckungsklausel bedarf (§ 1093 ZPO n.F.).

Auf besonderen Antrag des Antragsgegners wird die Vollstreckung vom zuständigen Gericht im Vollstreckungsstaat gleichwohl verweigert (Art. 22), wenn der EU-Zahlungsbefehl mit einer früheren Entscheidung oder einem früheren Zahlungsbefehl unvereinbar ist, sofern die

a) frühere Entscheidung oder der frühere Zahlungsbefehl zwischen denselben Parteien wegen desselben Streitgegenstands  
    ergangen ist,

    und

b) frühere Entscheidung oder der frühere Zahlungsbefehl die notwendigen Voraussetzungen für die Anerkennung im
    Vollstreckungsmitgliedstaat erfüllt,

    und

c) Unvereinbarkeit im gerichtlichen Verfahren des Ursprungsmitgliedstaats nicht geltend gemacht werden konnte.

Darüber hinaus wird die Vollstreckung auf Antrag ebenfalls verweigert, soweit der Antragsgegner den Betrag, der dem Antragsteller in einem EU-Zahlungsbefehl zuerkannt worden ist, an diesen entrichtet hat. Allerdings darf ein EU-Zahlungsbefehl im Vollstreckungsmitgliedstaat in der Sache selbst nicht nachgeprüft werden.