Für die Antragstellung werden in der Anlage zur Verordnung diverse Formblätter zur Verfügung gestellt. Diese sind in sämtlichen Amtssprachen der Europäischen Union verfügbar. Woher die zukünftigen Antragsteller die Antragsformulare beziehen können, steht zur Zeit noch nicht fest. Es dürfte davon auszugehen sein, dass diese über die Internetseite des Europäischen Justiziellen Netzes (ec.europa.eu/civiljustice) sowie über die nationalen Internetauftritte der Justizbehörden zum Download zur Verfügung gestellt werden.

Die Einreichung des Antrags muss in Papierform oder durch andere – auch elektronische – Kommunikationsmittel, die beim befassten Gericht zulässig sind und ihm zur Verfügung stehen, erfolgen (Artikel 7).

In Deutschland können der Antrag auf Erlass des EU-Zahlungsbefehls und der Einspruch in einer nur maschinell lesbaren Form beim zuständigen Gericht eingereicht werden, wenn diese dem Gericht für seine maschinelle Bearbeitung geeignet erscheint. Der Senat des Landes Berlin bzw. die dortige Senatsverwaltung für Justiz wird noch durch Rechtsverordnung den Zeitpunkt bestimmen, in dem beim bundesweit zuständige Amtsgericht Wedding (s.o.) die maschinelle Bearbeitung der Mahnverfahren eingeführt wird (§ 1088 ZPO n.F.).

Der Antrag ist vom Antragsteller oder ggf. von seinem Vertreter zu unterzeichnen. Wird der Antrag auf elektronischem Weg eingereicht, so ist er nach Artikel 2 Nummer 2 der Richtlinie 1999/93/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13.12.1999 über gemeinschaftliche Rahmenbedingungen für elektronische Signaturen zu unterzeichnen. Diese Signatur wird im Antragsstaat anerkannt, ohne dass weitere Bedingungen festgelegt werden können. Allerdings ist eine solche elektronische Signatur nicht erforderlich, wenn und insoweit es bei den Gerichten des Antragsstaats ein alternatives elektronisches Kommunikationssystem gibt, das einer bestimmten Gruppe von vorab registrierten und authentifizierten Nutzern zur Verfügung steht und die sichere Identifizierung dieser Nutzer ermöglicht.

Die vorgeschriebenen Formblätter können in einem speziellen Verfahren durch einen besonderen Ausschuss jederzeit aktualisiert oder in technischer Hinsicht angepasst werden, wobei die Änderungen inhaltlich selbstverständlich verordnungskonform bleiben müssen (Art. 30/31).