Der Antragsgegner kann – wenn er die Forderung bestreiten will - innerhalb von 30 Tagen ab dem Tag der Zustellung beim Mahngericht - Einspruch gegen den Zahlungsbefehl einlegen. Ein entspr. Vordruck (Formblatts F) wird ihm zusammen mit dem Zahlungsbefehl zugestellt. Eine Begründung für seinen Einspruch muss der Antragsgegner zunächst nicht abgeben. Auch für ihn besteht keine Verpflichtung, sich durch einen Rechtsanwalt oder Rechtsbeistand vertreten zu lassen (Art. 24).

Der Einspruch ist in Papierform oder durch andere — auch elektronische — Kommunikationsmittel, die beim Mahngericht zulässig sind und zur Verfügung stehen, einzulegen und vom Antragsgegner (bei elektronischer Einlegung entspr. Artikel 2 Nummer 2 der Richtlinie 1999/93/EG) zu unterzeichnen. Auch hierbei ist eine elektronische Signatur nicht erforderlich, wenn es bei dem Gericht ein alternatives elektronisches Kommunikationssystem gibt, das einer bestimmten Gruppe von vorab registrierten und authentifizierten Nutzern zur Verfügung steht und die sichere Identifizierung dieser Nutzer ermöglicht.

Ist fristgerecht Einspruch eingelegt worden, wird das Verfahren vor den zuständigen Gerichten des befassten Staates gemäß den Regeln eines nationalen Zivilprozesses weitergeführt, wenn der Antragsteller nicht ausdrücklich beantragt hat, das Verfahren im Einspruchsfall zu beenden. Der Antragsteller wird vom Mahngericht darüber informiert, ob der Antragsgegner Einspruch eingelegt hat und ob das Verfahren nun als Zivilprozess weitergeführt wird.

Auch nach ungenutztem Ablauf der Einspruchsfrist ist der Antragsgegner berechtigt, bei dem zuständigen Mahngericht eine Überprüfung des EU-Zahlungsbefehls zu beantragen, falls die Zustellung der Zahlungsbefehl ohne Nachweis des Empfangs durch den Antragsgegner (Artikel 14) zugestellt wurde und die Zustellung ohne Verschulden des Antragsgegners nicht so rechtzeitig erfolgt ist, dass er Vorkehrungen für seine Verteidigung hätte treffen können, oder falls der Antragsgegner aufgrund höherer Gewalt oder aufgrund außergewöhnlicher Umstände ohne eigenes Verschulden keinen Einspruch gegen die Forderung einlegen konnte. In allen Fällen muss der Antragsgegner unverzüglich tätig werden.

Schließlich kann der Antragsgegner nach Ablauf der Einspruchsfrist auch noch eine letzte Überprüfung des Zahlungsbefehls beantragen, falls der Zahlungsbefehl aus seiner Sicht aufgrund von anderen außergewöhnlichen Umständen offensichtlich zu Unrecht erlassen worden ist.

Ergibt die Überprüfung, dass der Einwand zu Recht erhoben wurde, wird der EU-Zahlungsbefehl für nichtig erklärt. Weist das Gericht den Antrag des Antragsgegners mit der Begründung zurück, dass keine der gesetzlich vorgesehenen Voraussetzungen für die Überprüfung gegeben sind, bleibt der EU-Zahlungsbefehl in Kraft.

In Deutschland ergeht die Entscheidung über einen Antrag auf Überprüfung des EU-Zahlungsbefehls in den gesetzlichen Ausnahmefällen (Art. 20 Abs. 1 oder 2) durch Beschluss. Der Beschluss ist unanfechtbar. Einwendungen, die den Anspruch selbst betreffen, sind nur insoweit zulässig, als die Gründe, auf denen sie beruhen, nach Zustellung des EU-Zahlungsbefehls entstanden sind und durch Einspruch (Art. 16) nicht mehr geltend gemacht werden können (§ 1095 Abs. 2 ZPO n.F.).

Der Antragsgegner hat die Tatsachen, die eine Aufhebung des EU-Zahlungsbefehls begründen, glaubhaft zu machen. Erklärt das Gericht den EU-Zahlungsbefehl für nichtig, endet das Verfahren. Eine Wiedereinsetzung in die Einspruchsfrist (Artikel 16 Abs. 2 der Verordnung) findet nicht statt (§ 1092 ZPO n.F.).