Anwendbar ist das Verfahren lt. Artikel 4 für die Beitreibung bezifferter Geldforderungen, die zum Zeitpunkt der Einreichung des Antrags auf Erlass eines EU-Zahlungsbefehls fällig sind (Art. 4) und zwar unmittelbar in allen grenzüberschreitenden Zivil- und Handelssachen aller Mitgliedsstaaten mit Ausnahme von Dänemark, ohne dass es auf die Art der Gerichtsbarkeit ankommt (gem. Art. 2). Allerdings sind Steuer- und Zollsachen, verwaltungsrechtliche Angelegenheiten sowie staatliche Haftungsansprüche im Rahmen der Ausübung hoheitlicher Rechte grundsätzlich ausgenommen. Außerdem ist die Verordnung auch nicht anzuwenden (Art. 2, Abs.2) auf:

a) eheliche Güterstände, Erbrecht, einschließlich Testamentsrecht,

b) Konkurse und das Abwickeln zahlungsunfähiger Unternehmen, sowie Vergleiche und ähnliche Verfahren,

c) die soziale Sicherheit,

d) Ansprüche aus außervertraglichen Schuldverhältnissen, soweit diese nicht Gegenstand einer Vereinbarung zwischen den Parteien
    oder eines Schuldanerkenntnisses sind, oder diese sich nicht auf bezifferte Schuldbeträge beziehen, die sich aus gemeinschaftlichen
    Eigentum an unbeweglichen Sachen ergeben.

Eine grenzüberschreitende Rechtssache im Sinne der Verordnung liegt nur dann vor (Art. 3), wenn mindestens eine der Parteien ihren Wohnsitz (oder gewöhnlichen Aufenthalt) in einem anderen Mitgliedsstaat als dem des befassten Gerichts (Mahngericht) hat, wobei sich der Wohnsitz natürlicher Personen nach den Artikeln 59 und 60 der Verordnung (EG) Nr. 44/2001 des Rates vom 22.12.2000 über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (EUGVVO; Zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 2245/2004 der Kommission vom 28.12.2004) bestimmt. Hiernach richtet sich der Wohnsitz grundsätzlich nach dem nationalem Recht des Mitgliedstaats, dessen Gericht angerufen wird. Gesellschaften und juristische Personen haben insoweit ihren Wohnsitz an dem Ort, an dem sich ihr satzungsmäßiger Sitz, ihre Hauptverwaltung oder ihre Hauptniederlassung befindet.(Sonderregelungen gem. Art. 60 Abs. 2 für das Vereinigte Königreich und Irland und gem. Abs. 3 bzgl. ‚trust’)